In tiefer Anteilnahme und in enger Verbundenheit mit den Angehörigen nehmen wir Abschied von unserem geschätzten Freund und Kollegen. Sein Tod ist für uns ein schmerzlicher Verlust.

Unsere Anteilnahme

Simon war für uns mehr als nur ein Kollege – er war ein verlässlicher Partner, ein geduldiger Helfer und ein wahrer Gemeinschaftsbaumeister. In jeder Situation, ob fachlich oder persönlich, stand er anderen mit Rat und Tat zur Seite – oft ohne dass es mit seinen eigenen Projekten zu tun hatte. Seine Selbstlosigkeit und sein Wille, anderen zu helfen, waren für uns alle selbstverständlich.

Nach dem Wegfall vom BIS-Lehrstuhl an der Universität Leipzig übernahm Simon die IT-Infrastruktur der Arbeitsgruppe und baute sie aus, pflegte sie und sorgte dafür, dass alle Kolleginnen und Kollegen gut vernetzt und unterstützt waren. Ob Server, Netzwerke, Zugänge oder alltägliche technische Fragen – Simon war für uns alle der erste Ansprechpartner. Seine Präsenz hinter dem Bildschirm war so vertraut wie die eines Kollegen, der dir über die Schulter schaut, während du per SSH arbeitest – ein echter „Mr. Robot“ im Alltag. Er kümmerte sich geduldig und wie selbstverständlich um die Anliegen seiner Kolleginnen und Kollegen, ohne dass es ihm selbst etwas ausmachte, diese Zeit, neben seinen eigenen Projekten, aufzubringen.

Doch Simon war nicht nur ein technischer Experte – er war auch ein leidenschaftlicher Wissenschaftler und Forscher. Seit 2015 arbeitete er am Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. und war in mehreren Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich Semantic Web, Wissensgraphen und Datenintegration beteiligt. Zu seinen Projekten gehörten unter anderem QROWD und CoyPu. In den Forschungsgruppen Agile Knowledge Engineering and Semantic Web (AKSW) und DICE (Paderborn) trug er maßgeblich zu Methoden zur Verarbeitung semantischer Daten und Knowledge Graphs sowie zu automatischen Verfahren für die Semantifizierung industrieller Daten und das maschinelle Lernen von Konzepten bei. Zuletzt arbeitete er am URZ der Universität Leipzig in der Abteilung Forschung und Entwicklung am Forschungsprojekt MobyDex. Seit seinem Einstieg am InfAI bildete er zusammen mit Lorenz Bühmann und Claus Stadler ein eingespieltes Team, welches das Büro, die Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen sowie Freuden gleichermaßen teilte. Seine Leidenschaft, sein Humor sowie seine herausragende Fachkompetenz und stets verlässliche Arbeitsweise werden uns allen fehlen.

Besonders wichtig war ihm der persönliche Austausch innerhalb der Forschungsgemeinschaft. Er nahm regelmäßig an internationalen Konferenzen wie der European Semantic Web Conference (ESWC) teil, wo er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aktuelle Forschungsergebnisse präsentierte und diskutierte. In diesem Rahmen war er unter anderem an Beiträgen wie „Getting practical with GeoSPARQL and Apache Jena“, „RPT/SANSA“ sowie „FAIR Data Publishing with Apache Maven“ beteiligt, die in verschiedenen Workshops vorgestellt wurden.

Auch im Arbeitsalltag war Simon ein geschätzter Kollege. Viele erinnern sich an die gemeinsamen Mittagspausen – oft ging er mit Kolleginnen und Kollegen in die Mensa, wo neben der Forschung auch persönliche Gespräche und gemeinsames Lachen ihren Platz hatten. Diese Momente des Austauschs und der Kollegialität werden uns ebenso fehlen wie seine fachlichen Beiträge.

Simon hat die Arbeitsgruppe mit seiner Präsenz, seinem Wissen und seiner menschlichen Wärme bereichert. Er war ein unverzichtbarer Teil der AKSW-Familie – und sein Verlust sitzt für uns alle tief.

Unsere Anteilnahme und unser Dank gehen an seine Familie und alle, die ihn liebten.

Um seine Familie zu unterstützen, wurde ein PayPal-MoneyPool eingerichtet, über den Kolleginnen und Kollegen sowie Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen spenden können.

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Kondolenzbekundungen

Vorstand und Geschäftsführung des Instituts für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. 09.03.2026 - 13:31 Uhr

Simon war für uns weit mehr als ein Kollege, er war ein herzliches, hilfsbereites und verlässliches Mitglied unserer InfAI‑Gemeinschaft. Mit seinem Wissen und seiner ruhigen Art hat er viele von uns inspiriert, oft auch in persönlichen Gesprächen, die über das rein Berufliche hinausgingen. Seine Präsenz hinterlässt eine Lücke, die kaum zu schließen sein wird. Unsere aufrichtige Anteilname und tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Die Erinnerung an Simon wird uns stets begleiten und wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Im Namen des Vorstandes und der Geschäftsführung Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. Prof. André Ludwig Prof. Erhard Rahm Prof. Roland Fassauer Prof. Bogdan Franczyk Ingolf Römer Andreas Heinecke

Seebi 09.03.2026 - 14:22 Uhr

Simon hatte die besondere Gabe, Problemen wirklich tief auf den Grund gehen zu können. Selbst innerhalb unserer Nerd-Blase war er einer derjenigen, die den uneingeschränkten Respekt unserer Community genau wegen dieser Fähigkeit genossen. Ob als Deployment Engineer, Linux-Kernel-Hacker, Software Engineer oder Linked-Data-Experte – Simon konnte man zu vielen Themen befragen. Und man bekam nicht nur Antworten, sondern auch Hilfe, neue Perspektiven und ehrliche, durchdachte Meinungen. Simon wird uns sehr fehlen. Mein herzliches Beileid gilt Simons Familie. Ich wünsche euch alle Kraft der Welt, um diesen schweren Verlust zu überstehen. Dr. Sebastian Tramp CTO @ eccenca GmbH Vorstand @ AKSW e.V.

Ricardo Usbeck 09.03.2026 - 18:51 Uhr

Simon war der Linux-Gott für mich. Wenn ich nicht weiter wusste, wusste er es. Wenn irgendjemand ein Problem hatte oder einen Wunsch, dann dauerte es nicht mal eine Nachtschicht, und es war getan. Gemeinsam konnten wir zwischen 2013 und 2017 so viel neue Technik ausprobieren, erkunden und immer wieder gemeinsam lachen. Ich habe von ihm mehr über den Betrieb von Servern und Linux sowie das Herangehen an Fehler gelernt als in fünf Jahren Studium. Auch später in CoyPu zauberte er Services und Datenbanken mal eben so hin, die wir bis heute brauchen und betreiben! Aber nicht nur mit Maschinen, sondern auch im Umgang mit Menschen konnte man sein Talent sehen, auch das letzte bisschen Performance herauszukitzeln. Wir haben uns gemeinsam oft wissenschaftlich herausgefordert und weitergebracht. Ich höre ihn jetzt noch, wie er mich durch seine gut durchdachten Fragen zum Nachdenken antreibt, ob das auch wirklich so ist, und mich dadurch noch tiefer nachforschen lässt. In Gedanken bin ich bei seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kollegen. Du wirst mir fehlen, Simon. Prof. Dr. Ricardo Usbeck Künstliche Intelligenz und Erklärbarkeit, Leuphana Universität Lüneburg

Mohamed Sherif 10.03.2026 - 10:15 Uhr

Ich bin sehr traurig über die Nachricht von Simons Tod. Während unserer gemeinsamen Zeit in Leipzig und Paderborn war Simon für mich weit mehr als nur ein Kollege. Er war ein sehr herzlicher, hilfsbereiter und zugleich ruhiger Mensch, mit dem wissenschaftliche Gespräche immer bereichernd waren. Besonders geschätzt habe ich seine Fähigkeit, durch kluge und gut durchdachte Fragen zum Nachdenken anzuregen und Diskussionen auf eine tiefere Ebene zu bringen. Unsere fachlichen Gespräche haben mich oft motiviert, Dinge noch einmal genauer zu hinterfragen. Sehr in Erinnerung geblieben ist mir auch unser letztes Treffen bei der ESWC 2024 auf Kreta. Auf dem Weg zur Konferenz und zurück haben wir viel miteinander gesprochen. Besonders bewegt hat mich, wie warm und mit wie viel Stolz er von seiner Familie erzählt hat. Simon wird uns sowohl als Wissenschaftler als auch als Mensch sehr fehlen. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen Kolleginnen und Kollegen, die ihn kannten. Sein Andenken wird uns in Erinnerung bleiben. Dr. rer. nat. Mohamed Ahmed Sherif Postdoktorand und Leiter Data Integration, Data Science Group, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn

Felix 10.03.2026 - 11:30 Uhr

Danke für deine nette, offene Art und stete Hilfsbereitschaft. Es war eine besondere Ehre, dich gekannt zu haben. Du wirst uns fehlen! Felix

Michael Röder 10.03.2026 - 13:39 Uhr

Ich durfte Simon als einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen kennenlernen. So hat er beispielsweise auch nach dem Umzug unserer Arbeitsgruppe nach Paderborn immer gern geholfen – sowohl wenn es um die Leipziger Server ging, als auch wenn ich wieder einmal mit meinem (sehr begrenzten) Linuxwissen an Grenzen kam und Hilfe brauchte. In tiefer Anteilnahme denke ich an seine Familie und wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit. Dr. rer. nat. Michael Röder Nachwuchsguppenleiter Interpretable Data Processing, Data Science Group, Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn

Patrick Westphal 10.03.2026 - 13:54 Uhr

Der Neue im Team und im Büro: SuSE? emacs? Perl? Anderes Ende der Welt! Aber definitiv niemand, dem man freie Software, offene Standards oder “Use the force — read the source” erklären müsste. Und er war auch verliebt in XMPP. OK, Freundschaft! Durch die Zusammenarbeit in unserem kleinen DL-Learner-Core-Developers-Team war er einer der wenigen und wichtigen Menschen, mit denen ich über Jahre hinweg in einem tiefgründigen fachlichen wie privaten Austausch stand. Hier hat sich für mich schließlich herausgestellt, wie wertvoll seine komplementären Sichtweisen “vom anderen Ende der Welt” für ein konstruktives Schaffen sind. Wir sind später Teil der AKSW Infrastructure Group geworden (oder hatten wir die sogar gegründet?) in der sich Simon durch sein enormes Fachwissen und vor allem seine Verlässlichkeit über die folgenden Jahre hinweg unverzichtbar gemacht hatte. Als wir im QROWD-Projekt, auf uns allein gestellt, enorm unter Druck gerieten, hatte Simon die Rochade mit Claus gewagt, um ihn vor allem aus der verbalen Schusslinie zu nehmen. Für all das, was Simon dann beim folgenden Projekttreffen in Berlin von der Projektkoordinatorin abbekommen hatte, wollte ich mich entschuldigen, aber er hatte nur breit gelacht und sagte, dass das alles halb so wild und Teil des Spiels sei. Danke! Nach dem letzten QROWD-Konsortialtreffen in London, bevor sich unsere Rückwege nach Leipzig und Dresden trennten, hatten wir uns umarmt und breit grinsend in die Augen geschaut: Das Projekt ist überstanden! Wir sind frei! Zeit, sich um unsere Promotionsvorhaben zu kümmern. Nachdem wir im Zuge von viel Projektarbeit zeitweise kaum Kontakt hatten, war es für mich eine große Freude, zum CoyPu-Projekt zu stoßen. Die alte Bürobesetzung war wieder da: Lorenz, Claus und Simon. Und CoyPu-Konsortialtreffen wurden zu einer Art Klassentreffen. Ich erinnere mich hier vor allem an die längeren Gespräche, die wir in München geführt haben. Die kurze Stille nach CoyPu dauerte bis zu Simons ehrlicher Antwort auf die Frage “Hey, wie geht’s?”, woraufhin ich gelähmt vor dem Slack-Fenster saß und nicht wusste, was ich daraufhin schreiben sollte. Dass die Geschichte hier endet, ist wirklich schwer begreiflich. Ich möchte Simons Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen und wünsche ihr in dieser schweren Zeit viel Kraft! Du wirst mir fehlen, Simon! Patrick

Sandra 11.03.2026 - 11:29 Uhr

Danke für die gemeinsamen Mittagsrunden. Ich denke gerne an Dich zurück. Du fehlst!

Sören Auer 17.03.2026 - 08:03 Uhr

Auch wenn sich unsere Wege am InfAI nur gelegentlich gekreuzt haben, habe ich Simon stets als offenen, engagierten und humorvollen Kollegen wahrgenommen. Seine Hilfsbereitschaft und ruhige, verlässliche Art sind mir in Erinnerung geblieben. Es ist traurig zu sehen, dass ein so geschätzter Mensch so früh gehen musste. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt deiner Familie, deinen Freundinnen und Freunden sowie allen, die dir nahestanden. Sören

Roy Meissner 17.03.2026 - 08:11 Uhr

Ich habe Simon als einen außergewöhnlich freundlichen und stets besonnenen Kollegen kennengelernt. Egal, wie groß die Herausforderung gerade war, er blieb immer gelassen, hat zugehört und hatte eigentlich immer einen guten Lösungsvorschlag parat. Was ich besonders an ihm geschätzt habe, waren die Gespräche mit ihm, egal ob zum Mittagessen oder Diskussionen zu Problemen und Lösungsansätzen. Er war fachlich versiert, immer sachlich, aber dabei auch absolut zuvorkommend, zugewandt und freundlich. Er hat sich nie über andere gestellt, sondern geholfen, den besten Weg zu finden. Abseits der Arbeit ist mir gut in Erinnerung geblieben, mit wie viel Hingabe und Stolz er sich stets für seine Familie eingesetzt hat. Man hat einfach gemerkt, dass das sein Fundament war und er viel aus seiner Familie gezogen hat, sie aber auch immer an erste Stelle gestellt hat. Ich mochte Simon sehr. Er wird mir als Kollege und als Mensch, mit seiner angenehmen Art und seiner offenen Hilfsbereitschaft, sehr fehlen. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Ich wünsche euch viel Kraft in dieser schweren Zeit. Dr. Roy Meissner

Nils 17.03.2026 - 08:11 Uhr

Adieu, Simon. Mit dir verlässt uns einer der seltenen Menschen, der stoische Ruhe, aspirative Kompetenz und moralische Integrität zu vereinen wusste. Wenige Kollegen schätzte ich mehr. Allen Hinterbliebenen alles Gute - macht das Beste aus der Zeit, die ihr habt. - Nils

Kurt 17.03.2026 - 13:54 Uhr

Simon und mein Leben überschnitten sich leider nur wenige Jahre. Und obwohl wir nur in einem der vielen Projekte zusammen eingeteilt waren, nicht im selben Zimmer saßen und uns privat nur zufällig über den Weg liefen, habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen und hatte stets eine gute Zeit mit ihm und eine gute Meinung von ihm. Ich hatte den Eindruck, dass es anderen auch so ging – er war ein angenehmer, wertschätzender, humorvoller, fleißiger, zuverlässiger, interessanter, hilfsbereiter und auch mal kritischer Mensch. Er hinterlässt einen positiven Eindruck im Leben anderer Menschen – in privater Hinsicht, aber auch durch seine umfassenden Beiträge zu den Forschungsprojekten und unserer Infrastruktur. Ich bin froh, ihn kennengelernt zu haben. Also Simon, unabhängig davon, ob wir uns mit Engelsflügeln wiedersehen, wir alle ein und dasselbe göttliche Wesen sind oder irgendwann das Universum am Kältetod stirbt – fest steht, dass wir dich vermissen und dankbar sind, dass du da warst.

Norman 17.03.2026 - 14:02 Uhr

Lieber Simon, es war eine sehr sehr schöne und angenehme Zeit mit dir als Freund, Kollegen und (fast) täglichen Begleiter in den letzten Jahren. Du konntest mit sehr viel interessanten Empfehlungen sowohl beruflich als auch im Privaten aufwarten und ich hoffe, ich konnte ab und zu etwas ebenso Interessantes und Hilfreiches zurückgeben. Diese Zeilen tippe ich von meinem Notebook auf welchen Fedora läuft, weil es dir zu dem damaligen Zeitpunkt keine Ruhe gelassen hat, dass die zu neue Kamera des neuen Notebooks partout nicht auf den üblichen bei uns im Einsatz befindlichen Distributionen laufen wollte. Besagtes Fedora und ein Custom-Treiber, den du online fandest, lösten das Problem. Die Kamera funktioniert immer noch ... Durch unsere gemeinsame Zeit gibt es zum Glück auch viele kleine Momente im Alltag, an denen ich an dich denken kann; sei es beim Lesen (Onleihe), beim Streamen (Filmfriend), beim Fahren mit der gebeutelten DB oder einfach nur beim Essen eines Kuchens oder Gebäcks. Der Blick in dein Büro, der Gang in die Mensa und die nächste Movie-Night, all das fühlt sich nun anders an ohne dich. Du wirst mir fehlen. Simons Familie, seinen Freundinnen und Freunden wünsche ich viel Kraft.

Simone Angermann 17.03.2026 - 15:24 Uhr

Mit großer Traurigkeit nehme ich Abschied von einem besonderen Menschen. Simon war nicht nur ein ruhiger, netter, höflicher und stets hilfsbereiter Kollege, sondern wurde mit der Zeit auch zu einem Freund. Die gemeinsamen Gespräche – über Politik, über die Welt und ihre Entwicklungen – bleiben mir ebenso in Erinnerung wie die Besuche im Garten mit seiner Familie. Selbst bei Dingen, die ich weniger mochte, wusste er zu motivieren – unsere Wandertage sind dafür ein schönes Beispiel. Besonders beeindruckt hat mich Simon's Stärke während seiner Krankheit: wie tapfer, hoffnungsvoll und zuversichtlich er geblieben ist und wie umsichtig er selbst für den Ernstfall alles geregelt hat. Diese Haltung verdient größten Respekt und macht ihn zu einem Vorbild. Ich bin traurig über diesen Verlust – und zugleich dankbar und stolz, Simon gekannt zu haben.

Sabine Gründer-Fahrer 17.03.2026 - 17:05 Uhr

Ein Geheimnis über Simon Wer sich an Simon erinnert als diesen stets ruhigen und zurückhaltenden Menschen, der kennt es nicht. Wer nur seine schlanke Gestalt mit dem federnden Gang und sein kluges Gesicht mit den freundlichen Augen vor sich sieht, der hat keine Ahnung. Aber wer Simon einmal erlebt hat, wie seine Stimme stark und sein Blick fest wurden, wenn er leidenschaftlich über seine Arbeit sprach und niemand ihn je unterbrochen hätte, der hat es gesehen… Und wer dabei war, wenn er morgens ein enormes Kuchenpaket auf seinem Schreibtisch abstellte (vorzugsweise Schokocroissants plus gefüllter Streuselkuchen) und dann diesen ganzen süßen Berg völlig beiläufig aufaß, der ist sich ganz sicher… Dass Simon ein Riese war! Hier bei uns kannten alle das Geheimnis, und ich hab ihm immer angesehen, wie groß er in Wahrheit war. Ein letzter Gruß in Sympathie und Respekt Von Deiner Kollegin Sabine

Lisa Wenige 17.03.2026 - 20:32 Uhr

Simon war ein echter IT-Allrounder: Linux-Spezialist, Knowledge Graph Engineer, Server-Admin und Computer-Wissenschaftler. Doch nicht nur mit praktischer Hilfe stand er anderen stets zur Seite, man konnte mit ihm auch unheimlich gut lachen. Irgendwie schaffte er es - immer mit einem Augenzwinkern - anderen den Spiegel vorzuhalten. Neben seiner Expertise wird auch Simons menschliche Wärme und Güte in Erinnerung bleiben. Sie wurde deutlich darin, dass seine Gedanken in vielen Gesprächen um das Wohlbefinden seiner Familie kreisten, er seine Töchter intensiv betreute und er in seinen Pausen in der Muttersprache seiner Frau mit ihr telefonierte. Simons Fürsorge zeigte sich auch im Kollegenkreis: Er half stets, wo er konnte, um Positives für die Gemeinschaft zu bewirken. Seine gute Seele war immer spürbar. Ich sende mein herzliches Beileid an Simons Familie und Freunde, allen voran an seine Frau und seine Töchter. Ich wünsche euch viel Kraft. Lisa

Svetlana Dedova 20.03.2026 - 11:51 Uhr

Lieber Simon, auch wenn wir uns nie persönlich getroffen haben und uns nur aus unseren Online-Meetings kannten, habe ich immer gespürt, was für ein liebevoller und besonderer Mensch du warst. Es bricht mir das Herz zu wissen, dass du nicht mehr da bist … Mein tiefes Mitgefühl gilt deiner Familie und deinen Freunden in dieser schweren Zeit. Im Namen des Forschungsprojekts Moby Dex sende ich dir ein schmerzendes Herz und stille Gedanken, Svetlana

Sandra 20.03.2026 - 15:59 Uhr

Simon und ich hatten nicht viele direkte Berührungspunkte. Und doch war er da. Leise, unauffällig, zurückhaltend, einer von denen, die den Raum nicht einnehmen und ihn trotzdem prägen. Wenn er an unserer Tür vorbeikam, sagte er immer freundlich „Hallo Sandra“. Oder man begegnete sich kurz im Flur. Kleine Momente, die im Alltag oft untergehen und im Rückblick plötzlich Gewicht bekommen. Jetzt ist er gegangen. So leise, wie er ins Büro kam, hat er sich auch wieder verabschiedet. Fast unmerklich – und doch hinterlässt er eine spürbare Lücke. In meiner letzten Mail an ihn ging es um Zeitnachweise. Etwas Alltägliches, fast Banales, das mir im Vergleich plötzlich völlig sinnlos erschien. Diese Anfrage hat mich im Nachhinein nachdenklich gemacht: darüber, wie wir unsere Zeit füllen und wie kostbar sie ist. Wie viel davon wir mit Dingen verbringen, die plötzlich nebensächlich wirken. Manchmal braucht es einen Perspektivwechsel, um das zu erkennen. Und leider bekommen wir ihn viel zu selten. Es tut mir sehr leid, dass Simon nicht mehr bei uns ist. Ich habe bis zuletzt die Daumen gedrückt und auf ein Wunder für ihn gehofft. Besonders beeindruckt hat mich, wie still und selbstverständlich er mit seinem Schicksal umgegangen ist. Ohne großes Aufheben, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Ein leiser Mut, der bleibt. Simon war keiner, der laut Spuren hinterlässt. Aber genau deshalb sind sie so besonders. Ich werde dich in diesen kleinen Begegnungen in Erinnerung behalten. Mach’s gut, Simon. Sandra (3. Tür links)

Martin Middendorf 21.03.2026 - 15:09 Uhr

Simon war ab 2012 für mehrere Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in unserer Arbeitsgruppe. Er wurde als offener, hilfsbereiter, verbindlicher und engagierter Mitarbeiter von allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe sehr geschätzt. Wissenschaftlich forschte er vor allem im Bereich Schwarm Intelligenz, beispielsweise zu Aspekten der Optimierung und Visualisierung in diesem Bereich. Mein Dank gilt seinen zahlreichen Beiträgen, die er für die Arbeitsgruppe im wissenschaftlich/beruflichen aber auch darüber hinaus geleistet hat. Auch nachdem Simon an den BIS-Lehrstuhl und später dann an das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. gewechselt ist, blieb der Kontakt mit ihm bestehen. Ich erinnere mich gerne an persönliche Gespräche auch aus dieser Zeit, die sich ergaben, wenn wir uns zum Beispiel in der Mensa oder mit den Familien im Zoo trafen. In der Mensa hat er mir auch von seinem Schicksalsschlag berichtet. Simon, ich danke Dir für Dein Vertrauen. Neben den Forschungsinteressen verbanden uns auch persönliche Gemeinsamkeiten, allem voran das Interesse an der chinesischen Kultur sowie die jeweilige familiäre Verbindung zu Ländern in diesem Kulturkreis. Bewundert habe ich an Dir immer, dass Du es geschafft hast die chinesische Sprache zu beherrschen. An gemeinsamen Erlebnissen ist mir besonders ein gemeinsamer Taiwanaufenthalt im Rahmen eines wissenschaftlichen Kooperationsprojektes mit dem Institut für Informatik der National Taiwan Universität (NTU) in Taipei in Erinnerung. Neben spannenden wissenschaftlichen Diskussionen, gab es dabei auch die Möglichkeit zu gemeinsamen Exkursionen, beispielsweise zum Sun-Moon-Lake. Besonders denke ich auch an einen gemeinsamen Aufenthalt im Haus meiner taiwanesischen Schwiegereltern in dem ich diese Zeilen jetzt schreibe, nachdem meine Familie und mich durch unseren Auslandsaufenthalt die traurige Nachricht erst jetzt erreicht hat. Meine Familie und ich senden unser herzliches Beileid an seine Frau und seine Töchter sowie alle weiteren Angehörigen. Wir wünschen euch viel Kraft. Martin und Familie Prof. Martin Middendorf Schwarmintelligenz und Komplexe Systeme, Universität Leipzig

Jule 23.03.2026 - 09:32 Uhr

Ich behalte Simon als herzlichen und sehr hilfsbereiten Mensch in Erinnerung. Tatsächlich hatten wir mehr Kontakt über gemeinsame Elternabende als im Beruflichen und erst über den Austausch über unsere Kinder habe ich Simon so richtig kennengelernt. An unsere Gespräche denke ich gerne zurück. Mein tiefes Mitgefühl gilt Simons Familie und Freunden. Ihnen möchte ich mein herzliches Beileid aussprechen.

Anne Martin 23.03.2026 - 20:21 Uhr

Lieber Simon, eigentlich kannten wir uns gar nicht (und sind uns, glaube ich, nur mal bei einem der InfAI-Sommerfeste begegnet) und trotzdem berührt mich deine Geschichte sehr. Wie viel Leid und Schmerz musst du erfahren haben - der einzige Trost ist, dass dieses Leiden vorbei ist. Was aber bleibt, ist der Eindruck, den du hinterlässt. Ich habe mir die Einträge in diesem Buch durchgelesen und denke, du hast eindrucksvolle und positive Spuren hinterlassen, man wird an dich denken! Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es deiner Familie gehen muss, frage mich, wie man einen solchen Verlust verarbeiten soll. Das wird viel Zeit und viel Kraft brauchen - Beides wünsche ich deiner Familie! Herzlich, Anne

Michael Martin 24.03.2026 - 16:41 Uhr

Lieber Simon, es ist nun mehr als ein Jahrzehnt her, dass wir uns kennengelernt haben. Damals hattest du Interesse geäußert, mit uns am Lehrstuhl zusammenzuarbeiten - glücklicherweise gab es diese Möglichkeit. "Machine Learning - Da sind ein paar Erfahrungen da - Linked Data und Semantic Web - da kann ich mich einarbeiten". So oder so ähnlich waren Deine Worte. Auf einen Versuch kommt es an. Arbeit war genug da. Schnell wurde klar, was für ein Gewinn du für den Lehrstuhl, die Arbeitsgruppe, die Kolleg:innen und deine späteren Freunde warst. Neben deinen Projektaufgaben und Forschungsvorhaben hast du dich schnell in die Forschungsgruppe/Community auf unterschiedlichste Weise, immer verantwortungsvoll, zuvorkommend, schnell und umfangreich eingebracht. Deine Expertise war riesig und häufig unverzichtbar. Während und abseits der Arbeit habe ich zu jeder Zeit den Austausch, das Zusammensein mit Dir genossen; einerseits im Arbeitskontext auf das Wesentliche konzentriert und beim Morgenkaffee oder nach Feierabend herzlich, empathisch und humorvoll. Ich hatte das Glück, mit Dir in den letzten Monaten immer mal sprechen zu können - sei es am Telefon oder bei unserem Wandertag - und vor ein paar Wochen dich auch noch mal zu umarmen. Was Du durchgemacht haben musst, kann ich immer noch nicht begreifen. Was du aber in der Zeit noch "nebenbei" für dein Umfeld organisiert hast, macht mich immer noch sprachlos. Simon, ich bin Dir dankbar für die gemeinsame Zeit. Du wirst mir immer in sehr guter Erinnerung bleiben. Deiner Frau, deinen Töchtern und allen Angehörigen möchte ich mein herzliches Beileid ausdrücken und wünsche ihnen viel Kraft, den Verlust zu verarbeiten. Michael

Natanael Arndt 04.04.2026 - 16:23 Uhr

Lieber Simon, Nei – war dein Nickname, wir waren ein Matrikel, waren häufig zusammen in der Mensa. Dann warst du eine ganze Zeit in China, warst wieder zurück in der Mensa und hast uns berichtet, dass du geheiratet hast. Ich habe mich gefreut, als wir später in einer Arbeitsgruppe zusammengearbeitet haben (auch dann waren wir häufig in der Mensa). Später wart ihr unsere Nachbarn in Reudnitz und wir sind uns auch dort öfter begegnet, ich durfte deine Familie kennen lernen. Du hast mich dazu gebracht, dass ich ein glücklicher Nutzer eines Passwortmanagers wurde, ebenso wie du mir einen dezenten Tipp für einen zeitgemäßeren Reverse-Proxy gegeben hast. Für noch viel mehr bin ich dir dankbar. Deine Krankheit hat mich sehr erschrocken. Du hattest noch so viel vor und hast auch noch so viel gemacht. Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit hatte, dich nochmal zu treffen – wir sehen uns, ich bin gleich nebenan – ich durfte von dir Abschied nehmen. Ich wünsche deiner Familie viel Kraft und alles Gute! Natanael

Simeon 07.04.2026 - 06:42 Uhr

Lieber Simon, ich habe dich als sehr freundlichen, überaus hilfsbereiten und kompetenten Kollegen und Menschen kennengelernt und denke an viele schöne Gespräche ... Danke dafür, danke dass du dir immer wieder Zeit genommen hast, danke für das, was du mir und sicher auch vielen anderen Menschen gegeben hast! Interessant, dass wir fast den gleichen Namen teilen; schon deswegen werde ich dich in Erinnerung halten! Simeon

Thomas 11.04.2026 - 10:54 Uhr

Lieber Simon, es war Dein letzter großer Wunsch, mit Deiner Familie die Chinesische Mauer zu besuchen. Trotz aller Widerwärtigkeiten ging dieser Wunsch am 13. Februar 2026 in Erfüllung. Ich hatte das Privileg dabei sein zu dürfen und habe gesehen, wie stolz und glücklich Du trotz Schmerzen warst, dass Du es geschafft hattest und Dein Traum wahr geworden war. In Liebe Thomas

Sahar 14.04.2026 - 14:19 Uhr

Lieber Simon, ich hatte leider nie die Gelegenheit, dich persönlich kennenzulernen, aber ich habe immer nur sehr Gutes über dich gehört. Es ist so traurig, dass du viel zu früh gehen musstest. Das Leben ist manchmal nur schwer zu begreifen, und du wirst mit Wärme und Respekt in Erinnerung behalten. Meine Gedanken sind bei all denen, die dich liebten. Sahar, NIMI @ InfAI - Dresden

Jens 16.04.2026 - 19:30 Uhr

Es ist für mich schwer zu fassen, dass Simon nicht mehr da ist. Er war einer meiner Doktoranden in Leipzig, und ich habe ihn in dieser Zeit betreut. Gemeinsam mit Lorenz und Patrick hat er am DL-Learner-Projekt gearbeitet. Simon kannte sich technisch sehr gut aus und hat vielen Menschen geholfen. Meistens hat er dabei seine eigenen Ambitionen in den Hintergrund gestellt. Er konnte Problemen in der Tiefe auf den Grund gehen und sie lösen - damit hat er vielen in unserer AKSW-Gruppe geholfen. Oft musste man ihm sagen, dass er bei aller Hilfe für andere sich selbst nicht vergessen soll. Auch wenn wir in den letzten Jahren nicht mehr so viel Kontakt wie vorher hatten, macht mich die Nachricht von seinem Tod tief traurig. Ich werde Simon als einen klugen, hilfsbereiten und still beeindruckenden Menschen in Erinnerung behalten. Mein Mitgefühl ist bei seiner Familie und allen, die ihm nahestehen.

Konrad Höffner 20.04.2026 - 11:36 Uhr

Meine erste Erinnerung an Simon ist, wie er von seiner Frau angerufen wurde und lässig in fließendem Chinesisch telefonierte. Ein mentaler Riese ohne Allüren und voller Hilfsbereitschaft. Auch wenn unsere gemeinsame Zeit am InfAI nur kurz war, hat Simon bleibende Eindrücke hinterlassen und auch Jahre später ist der Kontakt nicht abgerissen. Simon war einer dieser ruhigen und bescheidenen Menschen, deren Begeisterung abfärbt. Man konnte sich mit ihm stets zu jedem beliebigen technischen Thema austauschen, sei es PHP, LDAP, SSH, VMs, IPv6, Linux, Rust, HDT, MUSL, Docker, Caching, RDF Browser… Wenn er irgendwo ein Problem sah, fackelte er nicht lange, sondern fing direkt an, den Fehler zu beheben oder eine Alternative zu entwickeln. Ich war sehr bestürzt, von seiner schweren Krankheit zu erfahren. Seiner Familie und ganz besonders seinen Kindern wünsche ich, dass seine ruhige, pragmatische und hilfsbereite Art in ihnen weiterlebt und ihnen Kraft für die Zukunft gibt.

Hans-Gert Gräbe 21.04.2026 - 08:10 Uhr

Die Nachricht von Simons Tod macht mich traurig. Ich habe Simon als ernsthaften und engagierten Menschen kennengelernt und werde ihn als angenehmen und vielseitig interessierten Kollegen in Erinnerung behalten. Seiner Familie wünsche ich viel Kraft, den schweren Schicksalsschlag zu überwinden. Die Erinnerung wird dabei helfen.

Claus Stadler 21.04.2026 - 22:05 Uhr

Lieber Simon, Fast zehn Jahre haben wir uns als Gefährten zusammen mit Lorenz das Büro geteilt und uns den Herausforderungen des Arbeitsalltags, der Projekte und unserer Forschung gestellt. Wir haben metaphorisch Schiffe auf Kurs gehalten, und sind gelegentlich auch für die Gerechtigkeit geritten, indem wir Probleme – gemäß Open-Source-Philosophie – durch nachhaltige Beiträge lösten. Dein Wissen in technischen Belangen war so gewaltig, dass ich mich mehr als einmal gefragt habe, ob du nicht gar ein zweites Leben in geheimen Hackerkreisen führst. Fast die gesamte Server-Infrastruktur hast du modernisiert, professionalisiert, die Prozesse automatisiert und dokumentiert (u. a. LDAP, Kerberos, NFS, Ansible, Grafana). Zusammen mit Carl Suckfüll und Paul Spooren hast du dich vorbildlich um den reibungslosen Betrieb und die anfallenden Reparaturen gekümmert. Ich denke, es ist gerade dein Humor, dass dein eigener Nachruf auf der von dir eingerichteten Infrastruktur veröffentlicht wurde. Dabei hast du uns noch ein kleines Rätsel hinterlassen: ein verwendeter Schlüssel war nach all den Jahren abgelaufen und musste erneuert werden. Das System läuft also schon so lange! Wie oft bin ich gegen Mittag ins Büro gekommen, empfangen von Lorenz mit den trockenen Worten: "Zeig's nicht mir, sondern Simon!" Tatsächlich folgte dann häufig die Präsentation meines neuesten Prototyps, den ich am Vormittag gebastelt hatte. Und immer gab es von dir dazu dann wertvolles, fundiertes Feedback. Manchmal hast du Ideen sogar aufgegriffen und deutlich weiter ausgebaut, als ich es getan hätte. Es gab etliche Episoden, für die ich dir sehr dankbar bin: Zu Qrowd hat Patrick eigentlich schon alles geschrieben. Für mich war das mein erstes und bisher einziges Projekt, das ich vorzeitig verließ. Du, Simon, hast nicht nur die Aufgaben übernommen, sondern dich damit auch den regelmäßigen Schelten ausgesetzt. Mit stoischer Gelassenheit und professioneller Distanz hast du das ertragen. Bei Hobbit rückte für mich die finale Deadline näher und ich hatte noch zwei offene große Baustellen: Integration und Testen. Ich wurde gebeten, ein Anforderungsprofil zu erstellen für jemanden, der mich dabei unterstützen könnte: Welches Vorwissen zu welchen Technologien ist nötig? Welche Programmier- und Anfragesprachen müssen beherrscht werden? Welche Architekturkonzepte und Frameworks sind in Verwendung? Mit jeder Frage sank die Hoffnung, dass sich noch rechtzeitig jemand finden ließe, der sowohl alle Anforderungen erfüllt, als auch zeitnah Ergebnisse liefert. Am Ende meinte ich, eigentlich kenne ich nur sehr wenige Leute, denen ich so etwas zutrauen würde - und Simon war einer davon. Simon willigte ein, und innerhalb von zwei Wochen hatte er die Tests geschrieben, Probleme identifiziert und proaktiv gelöst - und das System lief. Coypu war das aus meiner Sicht das fruchtbarste Projekt: Die Zusammenarbeit mit dir und Lorenz machte richtig Spaß, und wir konnten gegenseitig auf Ideen und Beiträgen aufbauen. Wir haben nicht nur Ergebnisse publiziert, sondern diese auch in Open-Source-Software zurückfließen lassen, sodass nach Upgrade der entsprechenden Systeme unsere eigenen Beiträge wieder zurückkamen. Neben den arbeitsbezogenen Herausforderungen gab es auch immer wieder solche in "Zelda", "Baba Is You" oder "Celeste", die du, Lorenz und ich nur als Team von drei Doktoranden gerade noch so lösen konnten. Bei der ESWC24 in Kreta haben wir zum ersten Mal eine Unterkunft geteilt und das war sehr angenehm: Wir haben Frühstück auf dem Balkon mit Blick auf das Meer genossen, haben mit Marvin und Johannes in der Sonne am Strand gelegen und Kreta mit einem Mietwagen erkundet. Als du zur Party eine Stunde verspätet kamst, war ich baff, als du mir den Grund dafür präsentiert hast − nämlich, dass du mir noch eine Website erstellt hast. Zuvor war ich noch verärgert bzw. gekränkt darüber, dass (wiederholt) Arbeit, die ich als Notwendigkeit für eine Projektaufgabe entwickelt hatte, bisher unveröffentlicht und somit unsichtbar war, während ein ähnlicher Ansatz, der auf der Konferenz präsentiert wurde, bereits seine Wirkung zeigte. Wir haben Pläne für MobyDex und weitere Arbeiten mit Geodaten geschmiedet - und ich denke, wir waren beide der Meinung, dass wir solche Reisen wiederholen sollten. Leider hatte das Schicksal andere Pläne. Am Ende des Jahres hast du uns nach anfänglicher Geheimniskrämerei deine Erkrankung mitgeteilt. Es war niederschmetterend mitzuerleben, wie der anfangs vorsichtige Optimismus durch die Diagnoseregebnisse über das Jahr hinweg immer weiter verflog. Ich denke, diese Worte von dir können wir alle beherzigen: "Also, ich muss sagen, ich kann euch so eine Krebserkrankung nicht empfehlen". Dabei hast du einen beeindruckenden Kampf geliefert − nüchtern rational, aber die Hoffnung nicht aufgebend. Trotz Schlafentzug durch Schmerzen und Übelkeit durch die Chemotherapie hast du bis zuletzt deinen Humor bewahrt und uns regelmäßig im Büro besucht. Und uns war es immer eine Freude, dich wieder zu sehen, zu Fachsimpeln und gemeinsam in die Mensa zu gehen. Doch dann kam der Tag, an dem uns deine Nachricht erreichte, dass die Ärzte gesagt hatten, sie könnten nichts mehr tun. Als kleinen Trost empfinde ich, dass es dir und deiner Familie zumindest noch vergönnt war, letzte Erinnerungen zu sammeln und Fotos an der Großen Mauer in China zu machen. Nur einige Tage später wäre dies nicht mehr möglich gewesen. Die anschließenden letzten Tage waren zweifellos für alle eine schwere Zeit. Nicht nur in Gedanken waren wir bei dir, du hast uns auch noch gestattet, dich zu besuchen, und wir haben dein Angebot angenommen und uns dabei abgewechselt. Ich nahm Simon als liebevollen Vater wahr, dem das Wohlergehen seiner wundervollen Kinder sehr am Herzen lag. Einerseits berichtete er davon, dass die Krankheit die Beziehung zu seinen Kindern belaste. Andererseits war er stolz und zuversichtlich bezüglich ihrer Entwicklung: Sie seien wissbegierig, hätten breitgefächerte Interessen, und − nach heutigen Maßstäben − ausgefallene Hobbys, wie etwa das Lesen von gedruckten Büchern. Es war mir eine große Ehre, dass ich dich kennenlernen durfte. Deine Wirkung war prägend – für unsere Gruppe und für mich persönlich. Ich wünsche deiner Familie, deiner Frau und deinen Kindern viel Kraft. Im besinnlichen Gedenken, Claus